Anthropine
Anthropine   

Das Vomeronasalorgan in Deiner Nase

 

 

In Deiner Nase gibt es zwei Geruchssysteme. Die normalen Riechzellen, welche Du auf dem Bild oben sehen kannst (Olfactory Nerve Cells) und das VNO, das Vomeronasalorgan, welches für das Riechen der Sexualduftstoffe zuständig ist. Man war sich lange nicht einig, ob der erwachsene Mensch ein funktionierendes VNO hat. Man wusste zwar, dass es bei Embryos ein VNO gibt, das auch funktioniert, aber die Gelehrten behaupteten lange, dass es nach der Geburt nicht mehr nachzuweisen sei. Und für was das VNO bei Embryos dient, das weiß man bis heute nicht.

Doch Jaeger wusste es, es dient der Entwicklung unserer Form.

 

Dieses Organ ist immens wichtig für Dich, denn ohne dieses kannst Du die "Geruchsvisitenkarte" anderer Menschen nicht lesen! - Deshalb möchte ich hierauf etwas näher eingehen.

 

Der Autor Udo Pollmer erzählt in seinem Buch "Liebe geht durch die Nase" in seinem Kapitel "Der sexte Sinn" wie 1963 ein junger Wissenschaftler, David Berliner, an der Uni in Utah Hautreste von Gipsverbänden abgekratzt hatte, um daraus eine Hautessenz herzustellen. Warum und wozu er das gemacht hatte, weiß ich  nicht. Dr. Berliner beobachtete jedoch, dass sich die Stimmung im Labor immer verbesserte, sobald diese Reagenzgläschen offen standen. Kaum schloss er sie, muffelten die Kollegen wieder rum.

 

Er fand diese Beobachtung sehr spannend, hatte aber keine Zeit sich um dieses Phänomen zu kümmern und fror die Hautessenzen deshalb erst mal ein und zwar mehr als 25 Jahre lang.

 

1990 taute er sie wieder auf und die Stimmung verbesserte sich wieder. Dann suchte David Berliner seinen Kollegen Larry Stensaas auf, Professor für Neuroanatomie und Physiologie an der Uni in Utah. Dieser interessierte sich ganz besonders für das VNO bei Tieren. Zusammen mit Luis Monti Bloch machten sie einen Versuch, denn sie wollten wissen, ob die Hautessenzen Pheromone enthielten und sie wollten messen, ob es von diesem Organ aus eine Direktleitung in das Riechhirn gibt. Sie platzierten feine Elektroden, welche ummantelt waren mit Plastikschläuchen, im VNO und pusteten dann die Hautessenzen direkt in das kleine VN-Organ in der Nase. Die Elektroden waren an einen Computer angeschlossen und so konnten sie die Wirkung direkt messen und sichtbar machen.

 

Sie stellten fest, dass sich der Puls veränderte, der Herzschlag, die Hauttemperatur und sogar die Pupillengröße!  - Das Interessanteste jedoch, war, dass manche Essenzen nur bei Frauen und manche nur bei Männern wirkte! Dies hatte man von Pheromonen auch erwartet, da sie gegengeschlechtlich zur Wirkung kommen müssen, um überhaupt eine Anziehung zwischen zwei Wesen stattfinden zu lassen, denn sonst gäbe es keine Fortpflanzung. Das heißt auch: Ohne Sexualduftstoffe und ohne das VNO könnten wir weder verliebt sein, noch würden wir uns fortpflanzen können.

 

Dies machte mich hellhörig, denn ich hatte in einer alten Broschüre einer Stuttgarter Apotheke gelesen, dass die Anthropine gegengeschlechtlich angewandt wurden. D. h. homöopathische Kügelchen aus Frauenhaaren wurden als Heilmittel für Männer verordnet und homöopathische Kügelchen aus Männerhaaren wurden für Frauen als Heilmittel verordnet. Manche Sorten der Anthropine waren Heilmittel für beide Geschlechter, für Männer als auch für Frauen. Somit war auch klar, dass es sich bei den Anthropinen um eine andere Bezeichnung für dasselbe handelte, für den individuellen Sexualduftstoff, welcher heute unter dem Name Pheromone geläufig ist. Der Name Pheromone wurde erst später, 1959, von den Biochemikern Peter Karlsson und Martin Lüscher kreiert, welche das Sexualleben der Insekten erforschten. Da Jaeger das Wort Anthropine gewählt hatte, blieb unbemerkt, dass schon Jaeger der Entdecker der Pheromone gewesen war.

 

Ich habe mich damals sehr gefreut von Suzanne Stensaas ein Foto ihres Mannes zu erhalten und einen Text von Prof. Larry Stensaas, den ich hier gerne wiedergeben möchte:

Prof. Dr. Larry Stensaas

In July 1990, David Berliner asked me: "If you had a human pheromone und wanted to test it: what would you do?" - I said, I would go to Washington, D.C., to the Yakovlev Human Brain Collection and look at serially sectioned embryonic and fetal specimens to see of there was an innervated VNO where Potiquet showed it. The next day I was in Washington, D.C. At all stages of development after the first trimester, a tubular VNO resembling the fetal rat VNO was present bilaterally on the human nasal septum. During the first trimester, this tube could be traced back to the medial olfactory placode.

 

Dr. Berliner immediately sent me to Uruguay to work with a long-term colleague, Dr. Luis Monti, to  secure electron microscopy specimens from the Pathology Department at the University Medical School where he was a professor. These were sent to Dr. Berliner's friend, R.M. Lavker, in Philadelphia who did the electron epithelium. I sent photos to Dr. David Moran, who I discovered the working on the human VNO nearby in Denver, Colorado, an we agreed to publish our findings separately in the same J. Steroid Chemistry, which reported on a symposium on the VNO sponsored by Dr. Berliner in Paris, November 1991.

 

Unfortunately, subsequent immunocytochemical studies of the adult human VNO with Dr. Tom Getscher failed to show a persistance of nerves in association with the medial wall epithelium. Their absence appeared to provide clear evidence that there was potential involution and disappearance of fetal VNO sensory innervation.

Das Vomeronasalorgan wird auch Jacobson'sches Organ genannt, nach seinem Entdecker Ludvig Levin Jacobson, einem dänischen Mediziner (1783-1843). Eigentlich müsste das Organ jedoch Ruysch-Organ heißen, denn Frederic Ruysch (1638-1731), ein niederländischer Anatom und Botaniker, hatte schon 1703 darüber geschrieben! - Jedes Mal verschwand es jedoch wieder aus den Anatomietafeln weil kein Mensch was damit anfangen konnte und so musste es immer wieder neu entdeckt werden. So fand es dann Albert von Köllicker(1817-1905) wieder, ein Schweizer Anatom und Physiologe und schlussendlich Larry Stensaas, 1991. Oft fand man es auch nicht, da es bei jedem Menschen anders ist und zudem sehr klein ist. An den Auswirkungen kann man jedoch ohne Zweifel feststellen, dass es da sein muss!

 

Bei Septumoperationen (Nasenscheidewandbegradigungen) besteht die Gefahr das VNO zu zerstören. Bei Ratten hat man festgestellt, dass sie  Männchen von Weibchen nicht mehr unterscheiden können, wenn man das VNO zerstört hat.

 

 

Unsere Nase ist ständig im Einsatz, denn wir können nicht nicht riechen! - Pausenlos werden wir so mit Duft-Codes konfrontiert und uns ist nicht bewusst, dass diese ohne Pause direkt in unser Gehirn wandern. Auf direktem Wege.

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Selma  Gienger
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