Deine Haare

Deine Haare 
Die Anatomie der Haare

Zunächst möchte ich Dir den Aufbau eines Haares beschreiben.

Das kolbenförmige Ende, mit dem das Haar in der Haut steckt, nennt man Haarzwiebel. Die Substanz der Lederhaut bildet eine bindegewebige Hülle um das Ganze (f). Bei dem Buchstaben h der nebenstehenden Abbildung sieht man die Blutgefäßschlingen der Haarpapille, die in die Haarzwiebel von unten hineingewachsen ist. Bei d (rechts und links) sieht man die Zellen der Haarscheide, die eine zweite Hülle um das untere Ende des Haares darstellen und sich da, wo das Haar an die Oberfläche tritt, kontinuierlich in die Oberhaut fortsetzen. 

Das Haar ist konzentrisch geschichtet, d. h. um eine Mitte angeordnet und besteht aus dreierlei Lagen von Zellen, dem Haarmark, der Haarsubstanz und der Schuppenschicht. 

Im Zentrum bei c sieht man einen Strang rundlicher, mit Körnchen gefüllten Zellen, die das so genannte Haarmark bilden.

Der solideste Teil ist die Zelllage, die mit b bezeichnet ist. In ihr haben die Zellen eine ähnliche Verhornung erlitten, wie bei den Nägeln. Nur sind es nicht rundliche Plättchen, da die Zellen spindelförmig ausgewachsen sind und erst dann eine Abplattung in der Richtung von außen nach innen erfahren haben. Sie sind außerordentlich fest zusammengekittet. (Zellkitt).
Wenn man die Struktur dieser Schicht, die man Haarsubstanz nennt, untersuchen will, so muss man sie mit konzentrierter Schwefelsäure behandeln. Erst diese ist imstande den Zellkitt aufzulösen, so dass die einzelnen Zellen auseinanderfallen. 

Die dritte Schicht, mit a bezeichnet, ist eine einfache Lage von Zellen, die die äußere Oberfläche des Haares überzieht. Innerhalb der Haarscheide bilden diese Zellen eine geschlossene Lage schöner vieleckiger Zellen. Wo das Haar frei in die Luft hinausragt, tritt auch in ihnen eine Schrumpfung ein. Da die darunter liegende Haarsubstanz nicht nachgibt, reisst die Schicht unregelmäßig ein und bildet ein Netzwerk aus vertrockneten Zellen auf der Oberfläche des Haares, die Schuppenschicht.

(Quelle: Die Wunder der unsichtbaren Welt - enthüllt durch das Mikroskop, Prof. Gustav Jaeger, 1867)


Share by: